Die 3,5 Tonnen Grenze

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Der Beitrag über unsere Entscheidung. Werden wir auflasten oder nicht?

Was ist die 3,5 Tonnen Grenze? 

Zuerst einmal zu Erklärung, die 3,5 t Grenze meint das zulässiges Gesamtgewicht Eures bzw. unseres Fahrzeugs. Das Gesamtgewicht findet man in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 unter F2. Bei uns sind da 3499 kg eingetragen und diese 3,5 t sind außerdem die magische Grenze zwischen „Klein“ und „Groß“, die jetzt in der Europäischen Gemeinschaft für Kraftfahrzeuge gilt. Mittlerweile sind deutschen Vorschriften an diese Grenze angepasst worden und zwar angefangen von der Fahrerlaubnis bis hin zur Straßenverkehrs- und zulassungsordnung.

Welche Möglichkeiten hatten wir?

Wir haben bei der Bestellung darauf geachtet, das wir ein Maxi-Fahrwerk bekommen, obwohl wir wussten, das die 40 kg Mehrgewicht uns sicherlich nochmal fehlen würden. Seid einer Verkehrskontrolle mit unserem damaligen Wohnwagen, bei der wir über eine Waage fahren mussten, war uns der Begriff „überladen“ geläufig.
Also wussten wir bei der Bestellung unseres Hightower’s, der ein Leergewicht laut Händlerliste von 2870 kg hatte, dass wir wahrscheinlich ein wenig überladen sein werden. Aber uns war klar, Safety First. Also wollten wir technisch auf der sicheren Seite sein und das Maxi-Fahrwerk würde uns mehr Sicherheit geben. Um genau zu sein größere Reifen, größere Bremsscheiben vorne, größere Achslasten und eine höhere Anhängelast. Und falls sich die Überladung als zu groß herausstellen würde, wäre eine wesentlich einfachere Auflastung auf bis zu 4,4 t mit dem Maxi-Fahrwerk möglich.

Vergleichatabelle Ducato light heavy maxi Fahrwerk

Welche Gründe sprechen für das Auflasten?

Keine Gefahr mehr unseren Hightower zu überladen spricht eindeutig dafür. Und damit verbunden, kein Bußgeld, wenn man trotz Überladung in eine Kontrolle gerät. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, je nachdem was man selber wiegt mit seinem Fahrzeug.

Überladenes Fahrzeug
Damit das hier nicht passiert 😂😂😂

Welche Gründe sprechen gegen das Auflasten?

Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h – Dazu müssen wir sagen, wir fahren eh immer so um die 100 km/h, nur sehr selten, wenn es beim überholen oder so nötig ist.
Ab dem 7. Jahr jährlich zum TÜV – Das ist der größte Nachteil ever, da ich das für Kleintransporter im Gewerbe nachvollziehen kann, aber bei einem Wohnmobil mit deutlich weniger Nutzung nicht so wirklich.
Höhere Mautgebühren – das spricht für sich.
Überholverbot – wenn eigentlich nur LKW’s gemeint sind.
Spezieller Führerschein notwenig – C1 für alle die nach 1998 den Führerschein gemacht haben
3,5 t Begrenzungen – nicht nur bei Brücken, sondern auch in der Nähe von Sightseeingtouren oder in der Nähe von Hotspots, wie Stränden oder so. Wie oft wir froh waren nur eine 3,5 t Zulassung zu haben, können wir gar nicht mehr zählen.
Es gibt noch weitere Kleinigkeiten, die aber nicht so sehr ins Gewicht fallen, wie zum Beispiel neben dem Warndreieck und Warnwesten, muss man auch eine spezielle Warnlampe mit sich führen. Und man darf nicht auf normalen PKW Parkplätzen parken, was aber wohl nicht kontrolliert wird.

Jede Menge Nachteile, die einem großen Vorteil entgegen stehen. Die Entscheidung wird schwierig. Deshalb wiegen wir uns besser mal komplett.

Und wieviel wiegen wir denn nun?

Wir haben ein Gewicht mit vollem Dieseltank, vollem Wassertank und fertig beladen, d.h. mit Lebensmitteln, Stühlen, Handtüchern, Klamotten und vier Personen von 3820 kg. „Whaaat“
Ja leider ist es so. Wenn wir also zu viert unterwegs sind, müssen wir auf unsere beiden Fahrräder verzichten, mit 20 Litern Wasser fahren anstatt voll und können so das Gewicht auf 3660 kg drücken.
Während der Fahrt verbrauchen wir natürlich Diesel, so daß wir mit jedem Kilometer leichter werden. Und wenn wir uns unseren Bußgeldkatalog bezüglich Überladung anschauen, dann nehmen wir persönlich die 10 € hierzulande in kauf, wenn wir nicht sowieso schon unter die Toleranz fallen würden.
Technisch wären wir aber immer noch Safe.

Und dabei haben wir Gewicht überall reduziert wo es nur ging. So haben wir uns zum Beispiel für vier flexible Solarpanels entschieden, da diese mit 1,4 kg pro Stück wesentlich leichter waren als die starren Solarmodule mit 9 kg pro Stück. 36 kg zu 5,6 kg ist natürlich eine Hausnummer. Auch die Gasflaschen haben wir optimiert. Die Tankgasflasche aus Aluminium wiegt leer nur 6,8 kg und dann haben wir noch eine normale Alugasflasche, die ebenfalls leer nur 5,2 kg wiegt. Zukünftig werden wir noch einiges andere auf Gewicht optimieren. Wie zum Beispiel die Blei-Säure Batterien 180 Ah (48 kg) gegen Lithium Ionen Batterien 200 Ah (28 kg) austauschen, das bringt dann nochmal 20 kg. Auch Stühle, Tisch und vieles weitere werden wir nach und nach Gewichtsoptimieren.

Und tatsächlich hatten wir darüber nachgedacht, das Ersatzrad mit seinen 30 kg Gewicht nicht mehr mit uns zu führen. Den Wagenheber zuhause zu lassen und einfach auf den ADAC zu setzen. Aber das werden wir nicht machen, das Gewicht ist es allemal Wert bei sich zu führen und hier könnt ihr lesen warum.

Aber jetzt zur eigentlichen Frage.

Auflasten oder nicht?

Das muss natürlich jeder für sich selber entscheiden. Wir sind häufiger ohne die Kinder unterwegs und haben dann ein Gewicht, trotz unserer Fahrräder und dem vollen Wassertank, um die 3600 kg. Nur wenn wir mit unseren Töchtern unterwegs sind, müssen wir auf das ein oder andere verzichten, um das Gewicht unter 3700 kg zu halten. Wir sind also, wenn wir zu viert unterwegs dann nicht mal 10 Prozent über dem zulässigen Gesamtgewicht. Und deshalb überwiegen hier, unserer Meinung nach, die Vorteile, uns gegen eine Auflastung zu entscheiden, gegenüber dem Vorteil die Auflastung doch durchzuführen.
Anders würde es aussehen, wenn wir deutlich mit dem Gewicht über der 3,5 t Grenze liegen würden. Dann gäbe es keine andere Möglichkeit als Aufzulasten, oder einen Anhänger mit sich zu führen, um doch sicher und ohne Angst zu reisen.

Fazit

Das ist alleine unsere Entscheidung und kann nicht 1:1 auf andere Fahrzeuge übertragen werden. Letztendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich und das zeigen wir ja auch in unseren Bemühungen weiter Gewicht zu reduzieren, wo es halt geht. Die Sicherheit geht vor allem, denn man gefährdet am Ende nicht nur sich selbst, sondern auch unbeteiligte.

Zwei Tipps möchten wir aber noch mit auf den Weg geben:
1. Wenn technisch das Fahrzeug grundsätzlich nur 3,5 t zulässt, würden wir immer auflasten, da dann noch einige Komponenten im Zuge der Auflastung getauscht oder eingebaut werden müssen, die erst dann das Fahrzeug bei höherem Gewicht sicher machen.
2. Das ist der Grund, warum wir immer bei der Zubehörauswahl, jedem der uns danach fragt, das Maxi-Fahrwerk empfehlen. Das Maxi-Fahrwerk bietet grundsätzlich die Voraussetzungen eines höheren Gesamtgewichts und somit zwar keinen Freifahrtschein für maßlose Überladungen, aber kleinere Überladungen bis 10 % werden wenigsten technisch sicher auf unseren Straßen bewegt.

Wichtige Informationen

Geholfen hat uns unsere Erfahrung, unsere Recherchen im Internet und die ausführlich zusammengetragenen Informationen vom ADAC:

  1. Wohnmobile bis 3,5 t

  2. Wohnmobile bis 7,5 t

  3. Campingfahrzeuge in Deutschland

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2 Kommentare

  1. Terry sagt:

    Interessanter Beitrag. Wenn ich mal nen Kastenwagen ausbauen sollte, muss ich auch aufs Gewicht schauen. Mal sehen wie man das so hinbekommt. LG Terry

  2. Jojo sagt:

    Schöner Beitrag 😍

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