Solaranlage

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Wir wollen freistehen, das war uns von Anfang an klar und extrem wichtig. Für alle, die nicht wissen was in der Camperscene mit „freistehen“ gemeint ist.
Hier unsere eigene Definition vom freistehen, so wie wir es gerne praktizieren.
Aber nun zu unserem Problem mit der begrenzten Stromkapazität und wie wir es gelöst haben.

Begrenzte Stromkapazität

Da wir mit den ersten Messungen sehr schnell heraus gefunden haben, das unsere Kapazität vom 180 Ah mit den zwei Aufbaubatterien für lediglich anderthalb Tage freistehen reichen. Haben wir nach Möglichkeiten gesucht, mehr Strom auf irgendeine Art und Weise zu produzieren. Bei Wohnmobilen gibt es diverse Arten seinen Strom selber zu erzeugen, als Stichwort sei hier Efoy Brennstoffzelle genannt, oder aber auch ein Stromerzeuger. Allerdings war für uns das sinnvollste und effektivste eine Solaranlage.

Strom produzieren

Nach der Entscheidung kam die Recherche und damit Stück für Stück unsere individuelle Lösung. Wir entschieden uns für drei flexible Solarmodule. Drei Gründe sprachen bei uns für diese teurere Lösung. Erstens wollten wir die Gewichtsgrenze von 3,5 Tonnen unbedingt einhalten und diese flexiblen Solarmodule sind nun mal wesentlich leichter. Zweitens sind wir mit unserem Hightower schon bei einer Höhe von 3,20 Meter und wir wollten nicht noch Höher kommen. Und drittens, hatten wir nicht soviel Dachfläche, um drei starre Solarmodule unter zu bekommen, so dass wir durch die flexiblen Module die Wölbung vorne mitbenutzen konnten.

Umsetzung

Wir suchten uns Solarmodule heraus, die für uns in Frage kamen und machten uns aus Pappe eine 1:1 Kopie, um die Größe auf unserem Dach optisch überprüfen zu können.

Drei Pappmodule

Als klar war, das unsere geplanten drei Solarmodule passen würden, haben wir unsere Bestellung getätigt.

3 mal das flexible Solarmodul SPR-F-100 110 W*
3 m Anschlusskabel 4 mm2* Modul auf Laderegler (länge ist individuell)
1 m Anschlusskabel 10 mm2* Laderegler auf Batterie (das brauchte ich im Nachhinein nicht)
10 Paar MC4 Solar Stecker* 4-6 mm2
3 mal Sikaflex 252i schwarz*
1 mal Dachdurchführung*
1 mal Victron Laderegler* (jetzt würde ich aber die neue Version* bestellen)
1 mal Crimpzange*
1 mal Durchgangstülle*

Also dann ab auf diese Leiter hier, die ich mit einem Schaumstoffrest an das Fahrzeug anlehnen konnte, ohne das Fahrzeug zu beschädigen. Vorher ein Modul mit Sikaflex rundherum und im Zickzack mittig versehen und dann so nach und nach auf das Dach geklebt.

Das schwerste war in unseren Nagelneuen Hightower ein Loch ins Dach zu bohren, aber was muss, das muss. Und so bohrte ich das Loch. Oh man. Hat aber gut funktioniert. Dann hatte ich im Forum gelesen, das unbedingt ein Scheuerschutz an das Loch eingeklebt werden muss, damit man auch ewig Freude daran hat. Was ich natürlich ebenfalls gemacht habe. Dann das Kabeldurchgeführt, im Schrank verlegt und angeschlossen. Sikaflex 24 h fest werden lassen. Aber während dessen haben wir gespannt geschaut, was die Anlage bei nicht ganz soviel Sonne so bringt. Und mit 157 Watt waren wir sehr zufrieden.

Unbegrenzte Kapazität

Unser Kompressorkühlschrank verbraucht in der Nacht (8 h) rund 250 Wh und tagsüber (16 h) bei Hitze entsprechend mehr. Der Strom für Handys, Licht, Wasserpumpe und weiteres werde ich hier mal vernachlässigen. Durch die Solarmodule wird der Strom bei sonnigen Tagen bis etwa 11:00 Uhr wieder komplett in den Batterien bereitgestellt. Und während dieser Ladephase wird zusätzlich der aktuell verbrauchte Strom bereitgestellt. Das versetzt uns in die großzügige Lage, selbst unsere Ebike Akkus mit je 300 Wh zu laden und trotzdem sind die Aufbaubatterien am Abend voll aufgeladen. Luxus pur.
An bewölkten Tagen, schafft die Anlage es trotzdem die Aufbaubatterien voll zu bekommen und die tagsüber benötigte Energie bereit zu stellen. Allerdings verzichten wir dann darauf die Ebike Akkus zu laden. Damit wir die Blei-Säure Batterien voll halten können, die uns diese Vorgehensweise hoffentlich mit einer längeren Haltbarkeit danken werden.

Fazit

Durch unsere Maßnahme haben wir es geschafft unabhängig von einer externen Stromquelle zu sein. Wir haben bei Sonneneinstrahlung soviel Strom, das die Anlage meistens herunter regelt, weil alles schon voll ist. Bei Bedarf können wir verbrauchsintensive Geräte betreiben, ohne die Kapazität unsere Aufbaubatterien zu gefährden. (Bsp. Ebike Akkus). Bei bewölkten Tagen reicht die Anzahl der Solarmodule aus, um trotzdem die Aufbaubatterien voll zu bekommen.

Lediglich im Winter, wenn hier in Deutschland die Sonne tief steht und es vier Tage lang sehr bewölkt ist, kommen wir an die Kapazitätsgrenze der Aufbaubatterien. Das ist vergangenen Winter aufgefallen und wird für den nächsten Winter mit einem weiteren Solarmodul behoben werden. Da wir die Solaranlage bei dem Victron Laderegler in Reihe schalten konnten und wir noch Platz auf der Aufbaunase für ein weiteres Modul haben, können wir ohne Probleme noch ein weiteres dazu bauen, was dann auch im Winter für grenzenlose Energie sorgen wird.

Falls Ihr mehr dazu wissen wollt, oder Ihr ähnliches erlebt habt, schreibt uns doch.

*Der Text enthält Affiliate Links

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2 Kommentare

  1. Clemens Schäfer sagt:

    Vielen Dank für diesen Bericht.

    Wir haben uns dasselbe Fahrzeug gekauft und planen im Grunde dieselbe Solaranlage. Knackpunkt sind die flexiblen Panels: Die Bewertungen auf amazon sind anfangs gut, nach längerer Zeit dann verheerend: Hitzetod. Auf die Herstellergarantie kann man laut Rezensionen auch nicht bauen.

    Meine Werkstatt ist sogar überhaupt nicht bereit, flexible Module zu verbauen. Nur feste von Berger-Camping…

    Wie sind denn Eure Erfahrungen mit den flexiblen Modulen inzwischen?

    • Sascha sagt:

      Hallo, sorry das ich mich erst so spät auf deine Frage melde. Aber irgendwie hat die App speziell deine Frage nie angezeigt. Jetzt in der WordPresskonsole konnte ich sie erst sehen. Bis jetzt habe ich noch keine Probleme mit den flexiblen Paneelen. Drei sind jetzt 1,5 Jahre im Betrieb und eines hatte ich nachgerüstet, das ist etwa ein Jahr alt. Bis jetzt keinen Ausfall, bei sehr hoher Temperatur (z.B. Portugal im Sommer) geht die Leistung von knapp 300 Watt auf 200 Watt runter, das steht aber auch in der Anleitung der Paneele. Ansonsten bin ich sehr zufrieden. Strom immer und überall von März bis November, in der übrigen Zeit müssen wir Haushalten, vor allem hier in Deutschland. In Portugal im Winter ist es natürlich auch ausreichend. Jetzt ist soviel Zeit vergangen, für welche Paneele habt ihr euch denn jetzt entschieden? LG Sascha

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