Spanienurlaub 2018

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Unser Spanienurlaub 2018 war für uns der ultimative Test von allem.

Von der Konfiguration unseres „Hightowers“, der jetzt so gut wie fertig ausgestattet ist. Vom Freistehen, was natürlich in der Ferienzeit, die absolute Herausforderung war und allem was dazu gehört. Der Strombedarf, der Wasserbedarf und die Entsorgung. Auch das Zusammenleben in dem Fahrzeug, wenn man nicht auf die Infrastruktur eines Campingplatzes zurückgreifen kann. Und welches Zubehör, was wir so zahlreich in den Schränken platziert haben, benötigen wir wirklich und welches können wir zukünftig zu Hause lassen. Von unserer Vorstellung, über die Umsetzung, der Realität bis hin zu unserem Fazit, werden wir hier in diesem Beitrag berichten.

Unsere Vorstellung

Wie diese drei Wochen autarkes Leben, in der Hauptsaison an Spaniens Küste, ablaufen könnten, malten wir in unserer Vorstellung wie folgt aus:

  • Schwierigkeiten Stellplätze zu finden
  • Überfüllte oder zumindest sehr volle Strände.
  • Die Polizei würde uns wohl des öfteren vertreiben.
  • Im allgemein werden wir wohl auch eher unerwünscht sein.
  • Probleme bei der Ver- und Entsorgung.
  • Zu dritt im Hightower, wird sicherlich eng und könnte zu Spannungen führen.
    (Unsere „kleine“ 17 Jahre alte Tochter ist nämlich mit an Board)
  • Körperhygiene ohne die Infrastruktur eines Campingplatzes

Diese und weitere Überlegungen beschäftigten uns im Vorfeld und es sollte sich herausstellen, dass vieles wesentlich einfacher bzw. angenehmer war, als in unserer Vorstellung zunächst befürchtet.

Stellplätze

Viele der Stellplätze die wir gesehen haben, hatten eine Höhenbegrenzung von 1,90 m bis 2,10 m und doch haben wir schöne Stellplätze gefunden, wo wir von der Höhe her gepasst, geduldet und manchmal sogar erwünscht waren. Fast ausschließlich haben wir die Stellplätze über die App Park4Night gefunden. Was das für eine App ist, wie sie funktioniert, findet ihr auf YouTube hier bei Patascha, die eine ganze Tutorialreihe dazu online stellen bzw. gestellt haben. Wir sind dabei wie folgt vorgegangen. Als erstes über irgendein Kartenmaterial wie Google Maps oder unserer CoPilot offline App auf der Karte geschaut, wo wir hin möchten und parallel dazu die Park4Night App geöffnet und geschaut, welche Stellplätze in der Nähe vorhanden sind. Das ging ziemlich hervorragend und doch kam es vor Ort einige Male dazu, das wir improvisieren mussten. Da hatte der ausgewählte Stellplatz plötzlich für die Hauptsaison eine Höhenbegrenzung bekommen, oder die Zufahrt, führte durch einen Tunnel mit einer zu kleinen Durchfahrtshöhe, der im Kartenmaterial nicht gekennzeichnet war. Oder die Polizei hängte uns einen Zettel an unseren Hightower, während wir am Strand waren, dass das Übernachten dort nicht gestattet ist, so dass wir nach dem Strandbesuch erneut einen Stellplatz finden mussten. Aber auch Mücken, führten zwei Mal dazu, das wir uns einen neuen Stellplatz gesucht haben. Die Anzahl der Mückenangriffe, standen leider in keinem Verhältnis zum dem schönen Stellplatz. Letztendlich waren es entgegen unserer Befürchtungen aber deutlichst weniger Situationen, in denen wir spontan umdisponieren mussten.

Hier mal eine kleine Übersicht über die schönen Stellplätze, die wir so angefahren haben.

Polizei

Drei Begegnungen mit der Polizei und in allen drei Situationen, waren die Polizisten sehr sehr freundlich. Wir empfanden die Begegnungen eher aufregend und interessant, aber nicht wie von uns befürchtet unangenehm.

Unser Stellplatz in L´Estratit hatte zwar ein Schild zur Höhenbegrenzung, aber keine Höhenbegrenzung selber, so dass wir uns einen Überblick verschaffen konnten und festgestellt haben, das dort schon zwei Einheimische mit ihren Wohnmobilen standen. Also stellten wir uns natürlich auch dorthin. Nach einem wundervollen Strandtag und mehreren Patrouillenrunden der Polizei, die dabei völlig desinteressiert schienen, hielten sie abends doch bei den Wohnmobilen an und teilten uns mit, dass das Parken und vor allem das Übernachten hier nicht gestattet sei und baten uns freundlich den Platz zu räumen. Der Aufforderung kamen wir selbstverständlich nach. Aber bemerkenswert, bei dieser ersten Begegnung, ist die Tatsache, das sie uns den ganzen Tag dort haben stehen lassen. Nach der ersten Aufregung, aufgrund unserer Befürchtungen im Vorfeld, empfanden wir das Verhalten der örtlichen Polizei als sehr nette Geste. Und danach waren wir wesentlich entspannter Unterwegs.

Die zweite Begegnung, war ähnlich. Nur das wir dort keine Höhenbegrenzung hatten und deshalb auch „legal“ standen. Trotzdem, und ebenfalls nach etlichen Patrouillenrunden, verteilten abends die Polizisten Informationsflyer, auf denen hingewiesen wurde, das es dort verboten ist, zu übernachten. Da wir in Sichtweite standen, bin ich interessehalber zu den Polizisten und auch dieses Gespräch war äußerst freundlich. Dort haben die Polizisten auch noch einen Ausweichstellplatz vorgeschlagen, wo niemand Anstoß an uns Campern nehmen würde. Das fanden wir ebenfalls sehr nett.

Bei unserer dritten Begegnung waren die Polizisten wieder sehr nett. Sie erklärten uns, das wir an den Strandduschen kein Shampoo benutzen durften. Da wir schon eine Weile die Einheimischen beobachtet hatten und gut die Hälfte der Spanier es uns vorgemacht hatten, sahen wir in unserem Verhalten erst einmal keinen Fehler. Allerdings stellte sich während des Gesprächs mit den Beamten heraus, das sie einen Anruf von jemand bekommen haben,  der uns so zu sagen angeschwärzt hat. Aber wie das Leben so spielt, wollte die spanische Petze wohl auf Nummer sicher gehen und kam bei dem Gespräch plötzlich dazu. Zeigte mit dem Finger auf uns und regte sich maßlos auf. Während der gesamten Zeit duschten unter anderem auch Einheimische immer wieder auch mit Shampoo. Und Karin ließ es sich nicht nehmen darauf hinzuweisen, so daß ein Polizist immer mal wieder und immer genervter zur Dusche lief und die Personen aufklärte. Und zurück zur Petze, die hatte nämlich mit seiner Familie schon zwei Tage lang mit uns am Strand gelegen und uns immer wieder beobachtet. So etwas fällt leider auf, wenn es so penetrant ist, wie von ihm praktiziert. Unser Hightower stand direkt am Strand und ab und zu holten wir uns halt mal kalte Getränke oder leckeres Eis. Das und der legale und exklusive 5 Sterneplatz, schien ihm wohl irgendwie nicht zu gefallen. So dass er offensichtlich keinen anderen Ausweg sah, uns irgendwie dort zu vertreiben. Aber wie gesagt, die Polizisten waren sehr nett und die Situation war bis auf die Petze ebenfalls nicht unangenehm.
Natürlich hielten wir uns an die Anweisungen der Polizei, blieben aber noch einen weiteren Tag an diesem unvergleichlich schönen Platz stehen. Aber die Petze haben wir nicht mehr gesehen.

Strom

Strom hatten wir durch die Solaranlage mehr als genug gehabt. 100 Watt reichen in der Regel im Sommer aus und wir haben ja 330 Watt (Update: jetzt 440 w) verbaut. Spaßeshalber hatten wir unsere Eiswürfelmaschine mitgenommen und diese auch ein paar Tage laufen lassen. Das war echt ganz lustig, als wir mit Eiswürfeln am Strand saßen und die kühlen Getränke genossen. Der ein oder andere beobachtete uns ungläubig, wie wir ab und zu zum Auto gingen und mit Eiswürfeln in den Gläsern wieder kamen. Mit 100 Watt im Dauerbetrieb stellte die Eiswürfelmaschine keine Herausforderung für unseren Wechselrichter und der Solaranlage dar.  Allerdings holten wir sie später nicht mehr hervor, weil das Entleeren und Wegräumen der unhandlichen und klobigen Maschine, wenn zum Beispiel ein Stellplatzwechsel anstand, einfach nervig war. Auch produzierte sie eine Menge Abwärme, die unseren Hightower noch zusätzlich zur Sonne erwärmte.
Unsere Handys, das iPad, die Kameras, die Drohne, das Ebike, das Radio, die Bluetoothbox und unser Kompresser Kühlschrank wurden ausreichend mit Strom versorgt und der Betrieb der Eismaschine sollte uns nur aufzeigen, wieviel Strom wir tatsächlich durch die Solaranlage zur Verfügung gestellt bekommen. Da diese nämlich herunter regelt, wenn die Batterien voll sind, konnten wir das nicht so richtig abschätzen.

Aber nun ist es klar, im Sommer haben wir soviel Strom, das wir sogar anderen Campern aushelfen könnten.

Wasser

Die Wasserversorgung war auch absolut einfach. Da wir das Wasser nur zum Abwaschen, Zähneputzen, Hände waschen, für die Toilettenspülung oder zum duschen benutzen und nicht als Trinkwasser, konnten wir an jeder Stranddusche unser Wasser auffüllen. Aber es gab auch viele Trinkwasser Zapfstationen, wo man sein Wasser auffüllen konnte. Viele der Einheimischen Kinder haben das Wasser selbst aus der Stranddusche getrunken, was uns zusätzlich ein wenig beruhigte, aber dennoch würden wir das Wasser aus unserem Behälter nicht trinken, auch wenn wir es vielleicht könnten. Wir machen auch zwei Mal im Jahr eine Tankreinigung, aber gedanklich können wir uns einfach nicht überwinden das Wasser zu trinken. Wir haben eine gute Lösung mit den im Ausland erhältlichen 5-8 Liter Kanistern gefunden. Vier davon haben wir immer als Vorrat im Schrank stehen und zusätzlich einen immer draußen, so daß wir immer mindestens 25 Liter Trinkwasser dabei haben.

Grauwasser

Grauwasser haben wir immer und überall unterwegs entsorgen können und sehr oft haben wir kostenlose Stationen angefahren. Manchmal, wenn wir nichts gefunden haben,  sind wir über Kanaldeckel gefahren und konnten dort das Wasser ablassen. Dabei kam uns unser neu installiertes elektrisches Abwasserventil* sehr entgegen. Und wenn wir gar keine Möglichkeit gefunden haben, gibt es ja immer noch die Campingplätze, wo wir auch einmal für 4 € Ver- und Entsorgt haben.

Toilette

Mit der Toilette war es genauso einfach wie mit dem Wasser, denn fast an jedem Strand gab es mobile Toilettenhäuschen (bei uns sogenannte Dixies bzw. Chemietoiletten), wo wir jeden morgen die Toilette entleert haben. Manchmal war das Häuschen weiter weg, aber dafür hat die Kassette ja Rollen, so dass man sie nicht tragen muss. Zweimal gab es keine Dixie Toilette, so dass wir dann durch die begrenzte Kapazität am zweiten Tag fahren mussten, um entsorgen zu können. Da werden wir uns nochmal Gedanken machen, wie wir dem Problem für die Zukunft begegnen können. Aber an sich überhaupt kein Problem. Und unsere SOG arbeitete so zuverlässig wie vom Hersteller versprochen und sorgte dafür, das wir geruchs- und chemiefrei unsere Toilette benutzen konnten. Auch in diesen 21 Tagen Urlaub, gab es keine Notfallentsorgung, von der wir in unserem Beitrag über die SOG gesprochen haben. Dies möchten wir hier explizit erwähnen, damit die kritischen Stimmen sich ein Bild über die Häufigkeit dieser „Notsituationen“ machen können. Also wieder ein Urlaub ohne Notfall, weil man einfach überall entsorgen konnte.

Duschen

In der Regel sind wir täglich abends am Strand duschen gewesen und zusätzlich gab es morgens eine Katzenwäsche bevor wir zum Strand gegangen sind. Also duschen war überhaupt kein Problem. Einmal standen wir an einem Strandabschnitt,  wo es keine Duschen gab, allerdings gab es dort einen sehr sehr großen Campingplatz, der zum Strand hin offen war und aufgrund der vielen Campingplatz Gäste, fiel es dort schlichtweg nicht auf, wenn dort drei Gäste mehr zur Dusche gegangen sind. Und so gingen wir einfach in die vorhandenen Duschräume. Wir wollten natürlich keine Leistungen erschleichen und hätten auch fragen können, ob wir gegen eine kleine Gebühr die Dusche benutzen dürften, aber weil einfach zu viel Betrieb auf dem Platz war, war auch keine Personal auffindbar. Und selbst auf dem Rückweg, sind wir keinem Personal begegnet, bei denen wir die zu unrecht benutzten Duschen hätten bezahlen können. Da uns unser schlechtes Gewissen geplagt hat, sind wir dann am nächsten Tag weiter gereist und haben danach nur noch Plätze angefahren, bei dem wir die Möglichkeit hatten, duschen zu können. Vier Mal haben wir in unserem Hightower geduscht und durch das warme Wetter, war der Duschvorhang innerhalb kürzester Zeit abgetrocknet. Sieben Mal haben wir außen an unserem Hightower geduscht, indem wir mit unserem Duschhalter* unsere Dusche zu einer Außendusche umfunktioniert haben.

Strände

Die Stellplätze an den Stränden aus der Park4Night App scheinen wohl sehr häufig Stellplätze zu sein, die wohl eher von den Einheimischen angefahren werden. Dementsprechend war es an diesen Stränden, trotz der Hauptsaison, relativ übersichtlich. Nur an den Stellplätzen von Hotspots war es, wie in der Saison üblich, sehr voll. Zum Glück mieden wir die Hotspots und konnten so die anderen, etwas leereren Strände, wunderbar genießen.

Eng im Hightower

Unsere „Große“ wollte für Ihr Auslandsjahr lieber zu Hause bleiben und arbeiten, um ihr Budget für den Trip zu erhöhen. So kam es, das nur unsere „Kleine“ mit in den Urlaub wollte. Also Platz genug, obwohl unsere kleine mit 17 schon größer als Karin ist. Karin und ich haben wie gewohnt oben geschlafen und unsere Hecklounge wurde für diesen Urlaub halt zu ihrem Bett umfunktioniert. So das sie auch länger schlafen konnte und wir uns trotzdem frei bewegen konnten. Diese Enge, wie wir sie schon in unserem Wohnwagen erlebt haben, gab es in unserem Hightower gar nicht so. Wir hatten unseren Bereich und unsere Kleine ihren. Zum Essen mussten wir nichts umbauen oder ähnliches, was das Leben im Fahrzeug absolut angenehm gestaltete. Allerdings hielten wir uns die meiste Zeit außerhalb vom Fahrzeug auf, da wir entweder am Strand gelegen, die Umgebung erkundet oder sonst irgendwie draußen beschäftigt waren. Spannungen, die wir erlebt haben, kamen ausschließlich aufgrund der Pubertät zustande, also nichts was man dem begrenzten Raumangebot hätte zuschreiben können. Auch hier wurden wir positiv Überrascht, was sicherlich auf die getrennten Schlafbereiche unseres Hightower zurück zu führen ist.

Hygiene

Wie schon im Absatz Duschen erwähnt, war es uns möglich täglich zu duschen. Das finden wir am Freistehen für uns sehr wichtig. Warum wir das hier nochmal speziell erwähnen, möchten wir hier kurz erläutern. Im Vorfeld haben wir viele nette Menschen kennen gelernt, die dauerhaft in ihrem Van leben. Ein wirklich verschwindend kleiner Teil von ihnen, obwohl supernett, hinterließ leider einen Eindruck bei uns, den wir nicht mehr los werden. Harmlos ausgedrückt würden wir sagen, man hatte den einen oder andern dabei, für den Sauberkeit der eigenen Person, keine große Rolle spielt. Also eher schmuddelig. Komisch, anstatt auf die 99% zu schauen, bei denen die Sauberkeit offensichtlich selbstverständlich ist, blieben uns die anderen im Gedächtnis hängen. Schmuddelig wollten wir auf keinen Fall. Wir wollen, auch wenn wir irgendwann in unserem Hightower leben, immer ordentlich und gepflegt in den Spiegel schauen können. Das ist unser Anspruch an ein Leben in unseren Van und wenn das nicht möglich ist, wäre das für uns ein k.o. Kriterium für ein Leben im Hightower.

Der Weg dorthin, sollte für uns nach dem Motto, „back to the roots“, verlaufen. Unsere Generation, mit Sicherheit nicht alle, aber wir, haben es noch so gelernt, das man sich auch mit einem Waschlappen am Waschbecken waschen kann. Allerdings haben wir das zu Hause schon jahrelang nicht mehr praktiziert, weil es einfacher war, schnell unter die Dusche zu springen. Aber um die begrenzte Kapazität an Wasser besser einteilen zu können, ohne dabei darauf zu verzichten, sauber, ordentlich und angenehm duftend in den Tag zu starten, erinnerten wir uns an die alte Verhaltensweise zurück. Und siehe da, der Wasservorrat hielt wesentlich länger. Obwohl wir jederzeit Zugang zu Wasser hatten, war es für uns sehr wichtig herauszufinden, ob und wie wir unsere Vorstellungen umsetzten konnten und wie viel Wasser wie lange zum Leben reicht. Das Ergebnis ist natürlich verfälscht, da wir zu dritt unterwegs waren und in der Zukunft ja nur zu zweit unterwegs sein werden.

Zubehör

Aus der Zeit, als wir noch mit dem Wohnwagen unterwegs waren, hatten wir noch Stühle und unseren großen Tisch, den wir in der Heckgarage mit transportierten. Die Stühle haben wir auch ganze drei Mal benutzt und den Tisch überhaupt nicht. Freistehen ist halt eine ganz andere Form des Reisen. Wir haben nun für uns festgelegt, das der große Tisch und die Stühle, die nicht Kastenwagen optimiert sind, anderen Exemplaren weichen müssen. Geschaut haben wir noch nicht danach, allerdings benötigen wir eine bessere Aufteilung in der Heckgarage, damit wir das ein oder andere noch unterbringen können.
Gleichzeitig haben wir viele Sachen, die wir gar nicht gebraucht haben, aussortiert. Wir hatten zum Beispiel, eine Insektenlampe dabei, die nicht nur dummerweise über 230 Volt läuft, sondern durch die Moskitonetze rundherum auch überflüssig war. Naja bis auf die zwei Stellplätze, wo gefühlt Millionen Mücken ihr Unwesen getrieben haben. Trotzdem für die Zukunft überflüssig. Ebenso die Anzahl der Anziehsachen, die Hälfte der Klamotten hatten wir gar nicht an und wenn wir darin leben würden, hätten wir selbstverständlich auch gewaschen, was wiederum die Anzahl der Kleidung reduziert hätte. Auch die Anzahl der Handtücher war schon übertrieben. Und viele kleine Dinge, die wir vorsorglich mitgenommen haben, werden in der Zukunft keinen Platz mehr im Hightower bekommen.

Kosten

Die Kosten waren wir erwartet. Wir sind abseits der mautpflichtigen Straßen nach Spanien und auch später so zurück gefahren, so dass wir nur Spritkosten hatten. Stellplatzkosten hatten wir auch keine. Und wir haben uns hauptsächlich selbst versorgt, was wir aber auch schon damals auf Campingplätzen so gehalten haben. Mit den Souvenirs, den Mitbringseln für die Familie, den paar Restaurants, den Einkäufen in den Supermärkten und dem Sprit haben wir die 1000 € nicht geknackt. Und das für drei Wochen Urlaub mit drei Personen in der Hauptsaison im wunderschönen Spanien. Der Löwenanteil war der Sprit mit 300 Litern bei knapp 3000 km für etwa 420 €. Der Rest war hauptsächlich Kosten der Ernährung, die wir zu Hause ebenfalls gehabt hätten.
Im Vergleich zum dem letzten Jahr, als wir noch mit dem Wohnwagen unterwegs waren, wo noch die Stellplatzgebühren von 1700 € und die Maut von 160 € dazu kamen, war es doch dieses Mal ziemlich preiswert, um nicht zu sagen phänomenal Preiswert. Und das bei den oft super genialen Premiumplätzen for Free.

Fazit

Wir haben wieder einmal kurz in unsere Zukunft schnuppern dürfen und dabei die ein oder anderen Bedenken ausräumen können. Auch konnten wir bei unserem Equipment Mängel feststellen, die wir nun verbessern möchten. Positiv hat uns die Gastfreundschaft der spanischen Polizei gefallen, mit der wir nicht gerechnet haben. Ebenso die Ver- und Entsorgung hat sich viel leichter gestaltet, als von uns zunächst befürchtet. Freistehen in Spanien während der Hauptsaison ist machbar und auch gar nicht so schlecht. Da wir Spanien aber auch schon die Nebensaison kennengelernt haben, und es wohl vorerst das letzte Mal war, das unsere Kinder mit uns unterwegs waren, werden wir wohl zukünftig die Hauptsaison vermeiden. Fast alleine am Strand zu sein, oder so gut wie ausgestorbene Touristengebiete zu bereisen, hat nämlich seinen ganz eigenen Charme.
Alles in allem war es eine bombastische Erfahrung, zu der wir gerne die ein oder andere Familie animieren möchten. Wir lernten dort nämlich eine sehr nette Familie kennen, die in ihrem selbst ausgebauten Van drei Wochen Urlaub, an einem freien Stellplatz verbracht hat. Wir waren absolut erstaunt und begeistert, weil sie somit einen sehr schönen und vor allem einen extrem preiswerten Urlaub dort mit ihren drei kleinen Kindern verbracht haben und das schon im dritten Jahr in Folge. Es braucht nämlich gar nicht soviel dazu, ein wenig Mut, ein wenig Toleranz, ein wenig Improvisation und ein wenig Geduld und schon erlebt man ein fantastischen Urlaub, der seines gleichen sucht.

Falls Ihr mehr dazu wissen wollt, oder Ihr ähnliches erlebt habe, schreibt uns doch.

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